DIE PERFEKTE ANZUG-PASSFORM -
DARAUF SOLLTEN SIE ACHTEN

 

Keine Frage, bei der Herrenmode sind strenge Kleiderordnungen und Etikette ins Bröckeln geraten. Wer jetzt aber denkt, Anzüge seien komplett überholt und nur noch etwas für Banker und Versicherungsvertreter, hat weit gefehlt: Ein Anzug in tadelloser Passform sollte in keiner Herrengarderobe fehlen! Von formellen Anlässen wie der Einladung zur Hochzeit, dem Geburtstag der Schwiegermutter oder einem Besuch im klassischen Konzert bis hin zum Feiern im angesagten Club – der Anzug kann heute vielfältiger denn je kombiniert und eingesetzt werden. Mit einem gut sitzenden Zweiteiler sind Sie daher für fast jedes Ereignis bestens gewappnet, denn die neue Freiheit hat die Möglichkeiten des Anzugs erweitert und lässt ein kreativeres Styling zu. Wenn Sie also durch Kleidung ein deutliches Statement setzen möchten, kommen Sie am Anzug auch heute nicht vorbei.

Das A und O auf der Suche nach einem neuen Anzug, an dem Sie lange Freude haben werden, ist jedoch die perfekte Passform: Selbst die hochwertigsten Materialien und die kunstvollste Verarbeitung nutzen wenig, wenn Ihr Anzug nicht optimal sitzt. Männer mit viel zu großen Sakkos oder zu engen Hosen sind heutzutage leider keine Seltenheit. Ein Fauxpas, der sich eigentlich leicht vermeiden ließe, wenn man einige Regeln beim Anzugkauf beachtet. Sicher kennen Sie Ihre Körpergröße, aber wie steht es eigentlich mit Brustumfang, der Ärmellänge, oder dem Halsumfang? Keine Sorge, auch wenn Sie Ihre Maße nicht exakt bestimmen können, geben wir Ihnen hier einen Überblick, welche Passform den unterschiedlichen Figurtypen am besten steht und auf welche Details Sie darüber hinaus achten sollten.

Am einfachsten machen Sie es sich natürlich, wenn Sie sich in einer unserer Filialen persönlich beraten lassen. Unsere Experten wissen ganz genau, welche Anzug-Passform für Sie infrage kommt. Es macht also durchaus Sinn, sich einmal genug Zeit für umfassende Beratung, Ausmessen und Anprobe zu nehmen. Wenn Sie wissen, welche Passform ideal für Sie ist, sind alle zukünftigen Anzugkäufe dann ein Kinderspiel.

SLIM-FIT - MODERNE ANZUG-PASSFORM
FÜR EIN TRENDBEWUSSTES AUFTRETEN

 

Die figurbetonte Passform ist der Newcomer unter den Anzugformen und zeichnet sich durch einen extrem schmalen Schnitt aus. Bei dieser Anzug-Passform ist das Sakko leicht tailliert und der Schnitt der Hosen konisch, also nach unten eng zulaufend. Allerdings sollten Sie auf keinen Fall den Fehler machen, die körperbetonte Passform mit mangelnder Bewegungsfreiheit gleichzusetzen: Der Anzug darf an keiner Stelle kneifen oder unbequem sein. Am besten eignet sich diese Anzüge für Träger mit einer sportlichen, schlanken Figur.

SAKKO

 

Bei dieser Passform brauchen Sie zwar keine Angst vor monströsen Schultern, im Stil der 80er Jahre, zu haben, allerdings sollte es auch nicht so aussehen, als wären Sie aus Ihrem Kommunionsanzug herausgewachsen. Die Schulternaht muss bündig am Beginn des Oberarms abschließen und der Stoff sollte am Ärmel auf keinen Fall spannen. Wenn Sie ganz sichergehen möchten, lehnen Sie sich an eine Wand: Falls die Schulterpolster die Wand berühren, bevor Ihre Schulter die Fläche spürt, ist das Sakko zu groß und sie sollten eine kleinere Konfektionsgröße wählen. Auch bei der Brustpartie gibt es einen einfachen Trick herauszufinden, ob die Anzug-Passform wirklich optimal für Ihre Figur ist: Die flache Hand sollte auf Brusthöhe exakt zwischen Hemd und zugeknöpftes Sakko passen. Achten Sie darauf, dass der Schlitz auf der Rückseite beim geschlossenen Sakko nicht auseinander klafft. Falls das passiert, wissen Sie: es ist garantiert zu eng.

HOSE

 

Nur bei der Slim-Fit Passform gibt es die Ausnahme, dass die Hosen durchaus etwas kürzer geschnitten sein dürfen. So können die Socken herausblitzen und Sie können hier mit einer leuchtenden Kontrastfarbe oder einem auffälligen Muster Ihrem Outfit das modische i-Tüpfelchen verpassen. Eines müssen Sie dabei jedoch beachten: Der bewusst verkürzte Schnitt von Slim-Fit-Anzügen ist ein Modetrend, der in einigen Saisons eventuell schon wieder überholt sein kann. Wenn Sie in einen Anzug investieren möchten, mit dem Sie über viele Saisons hinweg immer stilvoll gekleidet sind, ist es sicherer, die klassische Variante zu wählen. Hier gilt die Regel: Das Hosenbein sollte leicht auf dem Schuh aufliegen und im Sitzen keinesfalls zu viel nacktes Bein entblößen.


REGULAR-FIT -
KLASSISCHE ANZÜGE FÜR EINEN SERIÖSEN AUFTRITT

 

Der Regular Fit ist der Allrounder unter den Anzug-Passformen. Mit dieser Anzugvariante sind Sie immer perfekt für Anlässe jeglicher Art gekleidet. Das Sakko ist hier weniger tailliert als bei der Slim-Fit Form, dennoch bleibt die Silhouette insgesamt körperbetont. Für die Hosen wird etwas mehr Stoff verarbeitet und sie dürfen wegen des geraden Schnitts auf keinen Fall zu kurz ausfallen. Diese Passform eignet sich für alle Figurtypen und steht auch Männern, die etwas kräftiger gebaut sind. Wir empfehlen diese Anzugform allen, die auf der Suche nach einem zeitlosen Klassiker sind.

SAKKO

 

Das Sakko ist im Vergleich zur Slim-Fit Passform etwas großzügiger geschnitten, bleibt aber durch den leicht taillierten Schnitt figurbetont. Die Länge des Jacketts sollte bis zum Reißverschluss der Hose reichen und das Gesäß bedecken. Auch bei dieser Passform ist es wichtig, dass das Sakko weder zu eng, noch zu weit sitzt. Schließen Sie beim Anprobieren immer das Jackett um sicherzugehen, dass es nicht in der Taille spannt oder Falten wirft. Der ideale Sitz kann leicht ermittelt werden, indem Sie eine geballte Faust auf Bauchhöhe zwischen Hemd und Jackett schieben. Passt sie genau, dann haben Sie die richtige Größe gefunden. Als Faustregel für die korrekte Ärmellänge gilt, dass Ihr Hemd nicht weniger als einen Zentimeter und nicht mehr als zwei Zentimeter hervorschauen sollte. Die Ärmel Ihres Sakkos sollten immer am Handgelenk enden und unter keinen Umständen die Hemdmanschette verdecken.

HOSE

 

Im Gegensatz zur Slim-Fit Anzügen verjüngen sich die Hosenbeine beim Regular-Fit nicht, sondern verlaufen ab dem Knie gerade. Generell sollte die Hose dieser Passform auf Taillenhöhe sitzen und nicht auf der Hüfte. Bei der Anprobe verzichten Sie am besten erst auf das Jackett, um den Sitz optimal beurteilen zu können. Die Passform der Anzughose an den Oberschenkeln und an der Hüfte ist besonders wichtig, da hier auch beim Schneider kaum noch Änderungen möglich sind. Die Länge der Hosen kann hingegen so angepasst werden, dass sie auf halber Höhe des Schuhabsatzes endet. Fällt sie zu lang, hat das einen stauchenden Effekt. Auch hier gilt: Beim Sitzen sollte maximal der Wadenansatz zu sehen sein.


COMFORT-FIT - TRADITIONELLE ANZUG-PASSFORM
FÜR MAXIMALE BEWEGUNGSFREIHEIT

 

Mit dem Comfort-Fit entscheiden Sie sich für einen unkomplizierten Schnitt, der Ihnen im Alltag maximalen Tragekomfort bietet. Das Jackett hat keine Taillierung und ist etwas länger geschnitten als bei der Slim-Fit Variante. Die Hosen haben bei dieser Anzug-Passform eine komfortable Beinweite und dürfen je nach Körperumfang des Trägers auch etwas tiefer als in der Taille sitzen. Die großzügige Passform eignet sich daher besonders gut, wenn Sie etwas korpulenter sind oder ein sehr breites Kreuz haben. Besonders für den Büroalltag ist der Comfort-Fit aufgrund seiner bequemen Passform eine beliebte Wahl.

SAKKO

 

Auch wenn das weiter geschnittene Sakko legerer sitzen darf, muss bei dieser Comfort-Fit Anzügen dennoch die Schulterpartie exakt angepasst sein und darf nicht über Ihre Schultern herausragen. Der Kragen liegt bei einem Sakko mit perfekter Passform am Hemdkragen an. Das Revers darf keinesfalls abstehen. Sollte das geschlossene Jackett Falten werfen, empfehlen wir eine Konfektionsgröße nach oben zu gehen. Das Sakko sollte zwar Ihr Gesäß bedecken, allerdings auch nicht länger sein. Wenn Sie stehend mit entspannt herab hängenden Armen den Saum noch erreichen, ist die Länge genau richtig.

HOSE

 

Trotz der bequemen Anzug-Passform, ist es bei der Hose entscheidend, dass sie in der richtigen Größe gewählt wird. Gerade Männer mit einer kräftigen Statur entscheiden sich leider allzu oft für zu weite Schnittformen, die sie letztendlich noch massiver erscheinen lassen. Mit schlabbernden Hosenbeinen und einem zu locker sitzendem Bund wirkt der Look darüber hinaus auch schnell nachlässig und ungepflegt. Besonders wichtig bei den weiteren Hosenbeinen ist es, dass sie eine kleine Falte, die sogenannte ‚Nase‘, am Schuh werfen. Daran erkennt der Experte den tadellosen Sitz.


WICHTIG FÜR ALLE ANZÜGE
- DER WOHLFÜHLFAKTOR

 

Egal ob Sie sich für den Slim-, Regular- oder Comfort-Fit entscheiden, in einem Punkt dürfen Sie niemals Kompromisse machen: Sie müssen sich in Ihrem neuen Anzug wohlfühlen! Denn sollten Sie sich verkleidet vorkommen, wird man Ihnen dies anmerken. Und schließlich sollte ein gut sitzender Anzug das Selbstbewusstsein seines Trägers immer stärken. Vergessen Sie auch nicht, vor dem ersten Tragen die zugenähten Rückenschlitze und Taschen des Jacketts aufzutrennen. Nur dann kommt der Schnitt des Anzugs wirklich zur Geltung.

Übrigens: Auch die Anzahl der Knöpfe des Sakkos spielen eine Rolle bei der Anzug-Passform. Wenn Sie einen langen Oberkörper haben, entscheiden Sie sich am besten für einen Einreiher mit drei Knöpfen, wenn sie kleiner sind für ein Zweiknopf-Sakko. Bei der Dreiknopf Variante werden nur die beiden oberen Knöpfe oder der mittlere Knopf geschlossen, beim Zweiknopf-Sakko nur der oberste Knopf.